Sicheres Spielzeug zu Ostern: EU-Verordnung und Digitaler Produktpass im Fokus
- Spherity

- 27. März
- 4 Min. Lesezeit
Ostern gehört zu einem der wichtigsten Geschenkanlässe im Jahr für Kinder in Deutschland. Neben Schokolade landen dabei immer häufiger auch kleine Spielzeuge im Osternest, von Baukästen über Plüschosterhasen bis hin zu elektronischem Spielzeug. Aus diesem Grund rückt das Thema Spielzeugsicherheit in Europa aktuell wieder besonders in den Fokus.
Denn der europäische Spielzeugmarkt steht zunehmend unter Druck. Studien und Marktüberwachungen zeigen, dass immer mehr Spielzeuge gesundheitsschädliche Chemikalien enthalten. Besonders problematisch sind Stoffe mit hormoneller Wirkung, darunter PFAS, auch bekannt als „Ewigkeitschemikalien“ sowie Bisphenole.
Gleichzeitig wächst der Onlinehandel rasant. Laut des Handelsverband Deutschland (HDE) planten allein im letzten Jahr rund 54,9 Prozent der Befragten zu Ostern Spielwaren zu verschenken, 8% mehr als im Jahr zuvor.

Quelle: HDE Handelsverband Deutschland
Um Kinder besser zu schützen und den europäischen Markt sicherer zu machen, hat das Europäische Parlament im November 2025 die neue Spielzeugverordnung (EU 2025/2509) verabschiedet. Diese Aktualisierung der bestehenden Richtlinie (2009/48/EG) aus dem Jahr 2009 ist vor allem eine Reaktion auf den Anstieg des Online-Handels und die zunehmende Nutzung digitaler Technologien.
Geltend verpflichtend soll sie ab dem 1. August 2030 werden. „Das scheint noch lange hin, ist es aber nicht.” warnt Ann-Marleen Karbenk, Leiterin der Zertifizierungsstelle GS/NB Toy bei Quima Certification. Spielwarenhersteller in der EU sollten sich schon jetzt mit der neuen Regulierung befassen, sodass ihre Produkte am Stichtag konform sind. Ein zentraler Bestandteil der neuen Regulierung wird der Digitale Produktpass für Spielzeuge sein, der für mehr Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Produktsicherheit sorgen soll.
Doch was genau steckt hinter der neuen EU-Spielzeugverordnung und was bedeutet sie für Hersteller, Händler und Importeure?
1. Was ist das Ziel der neuen EU-Spielzeugverordnung?
Ein Blick auf den EU-Safety-Gate-Bericht 2024 unterstreicht die Dringlichkeit der neuen EU-Spielzeugverordnung: Spielzeuge gehören mit 15 % zu den am häufigsten gemeldeten unsicheren Produktkategorien in der EU, direkt nach Kosmetika. In fast der Hälfte der Fälle waren gefährliche chemische Inhaltsstoffe die Ursache.
Vor diesem Hintergrund soll die neue Verordnung deshalb mehrere Herausforderungen adressieren:
Erweiterung der Verbote gefährlicher Chemikalien wie PFAS, Bisphenole und endokrine Disruptoren
Stärkere Kontrolle von Importprodukten, insbesondere im Onlinehandel
Digitale Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette
Mehr Transparenz für Verbraucher, unter anderem durch den Digitalen Produktpass
Verbesserte Marktüberwachung innerhalb der EU
Mit diesen Maßnahmen will die EU die Lücken schließen, um einen zukunftsfähigen Rahmen für sichere Spielzeuge in einem zunehmend digitalen und globalisierten Markt zu schaffen. Obwohl die Verordnung bereits seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist, endet die Übergangsfrist, um die Anforderungen umzusetzen für die meisten Pflichten am 1. August 2030.
2. Welche neuen Anforderungen bringt die EU-Spielzeugverordnung?
Für Hersteller, Importeure und Händler gehen mit der neuen Verordnung deutlich strengere Anforderungen, insbesondere im Hinblick auf Chemikalienregulierung und digitale Dokumentation einher.
Ein zentraler Schwerpunkt für Unternehmen liegt darin, Materialien, Substanzen und Lieferketten deutlich genauer zu prüfen und zu dokumentieren, um die Produktsicherheit zu gewährleisten und potenzielle Risiken aufzulegen. Besonders im Hinblick auf neu regulierte Stoffe wie PFAS oder Bisphenole wird eine tiefere Transparenz in der Lieferkette erforderlich.
Darüber hinaus soll jedes Spielzeugmodell einen Digitalen Produktpass mit Daten zu Sicherheit, Konformität und Materialzusammensetzung erhalten. So sollen Produktinformationen sowohl für Behörden als auch für Verbraucher künftig leichter zugänglich sein. Weiterhin muss jedes Spielzeug auch mit dem CE-Zeichen versehen sein, um Sicherheit und Konformität zu bestätigen. Für vernetztes Spielzeug gelten darüber hinaus neue Regeln zum Schutz vor unbefugtem Zugriff, um die Cybersicherheit zu erhöhen.
Des Weiteren soll die Marktüberwachung und Rückverfolgbarkeit verbessert werden, indem Behörden mehr Möglichkeiten gegeben werden, Produkte zu prüfen und unsichere Spielzeuge schneller vom Markt zu entfernen. Händler und Online-Marktplätze werden damit stärker in die Pflicht genommen, sicherzustellen, dass nur konforme Produkte auf den europäischen Markt gelangen. Sie sollen daher in Zukunft eine auch Adresse oder Telefonnummer für Rückfragen angeben.
3. Wie kann der Digitale Produktpass (DPP) helfen?
Der Digitale Produktpass ist ein digitaler Datensatz, der alle relevanten Informationen über ein Spielzeug enthält, von den verwendeten Materialien über Sicherheitsprüfungen bis hin zur Herkunft einzelner Komponenten.
Aufrufbar über einen QR-Code auf der Verpackung, erhalten sowohl Verbraucher als auch Prüfstellen und Aufsichtsbehörden so einen direkten Zugang zu Sicherheitsinformationen, Warnhinweisen und Produktdetails.
Der Digitale Produktpass wird damit zu einem zentralen Baustein für die Spielzeugsicherheit in Europa und unterstützt die steigenden Anforderungen an Transparenz, Kontrolle und Verbraucherschutz im Rahmen der neuen EU-Spielzeugverordnung. Als Teil der EU-Ökodesign-Verordnung trägt er zudem zur Umsetzung einer digitalen und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei.
4. Wie können Unternehmen sich rechtzeitig auf die neuen Vorschriften vorbereiten?
Die Vorbereitung auf die neue EU-Spielzeugverordnung ist für Unternehmen der Spielwarenbranche essentiell, um Spielzeug in Zukunft weiterhin auf dem EU-Markt anbieten zu können. Mit dem Inkrafttreten der Verordnung am 1. Januar 2026 und der Übergangsfrist bis zum 1. August 2030, sollten Unternehmen bereits jetzt die notwendigen Anpassungen in Lieferketten, Datenstrukturen und internen Prozessen umsetzen.
Ein zentraler erster Schritt ist die systematische Analyse der eigenen Lieferketten. Unternehmen müssen nachvollziehen können, ob streng regulierte Stoffe wie PFAS oder Bisphenole in ihren Spielzeugen enthalten sind, um Risiken frühzeitig zu erkennen.
Parallel sollten Hersteller, Importeure und Plattformbetreiber die Infrastruktur zu bilden, Produktinformationen wie Sicherheitsdaten, Materialzusammensetzung und Konformitätsnachweise strukturiert, digital und entlang der gesamten Lieferkette zugänglich zu machen. Sie sollten sich bereits heute mit Lösungen für Produktdatenmanagement und die Umsetzung des Digitalen Produktpasses auseinandersetzen. So können Sie nicht nur die regulatorische Sicherheit einhalten, sondern Spielzeugsicherheit auch gezielt als Wettbewerbsvorteil nutzen.
Gerade rund um saisonale Kaufphasen wie Ostern, in denen Millionen Spielzeuge in Umlauf kommen, gewinnt dieses Maß an Transparenz zusätzlich an Bedeutung. Der Digitale Produktpass hilft Eltern, informierte Entscheidungen zu treffen, und ermöglicht es Unternehmen gleichzeitig, Verantwortung für sichere Produkte zu übernehmen.
Spheritys Digitale Produktpass Lösung ermöglicht Herstellern, Importeuren und Vertriebspartnern Produktpässe für verschiedene Produkte, wie auch Spielzeuge einfach zu erstellen und zu verwalten, im Einklang mit ESPR und der Spielzeugverordnung.
Erfahren Sie mehr auf unserer DPP-Produktseite, wie unsere Software Sie dabei unterstützen kann, sich auf die Anforderungen der neuen EU-Spielzeugverordnung sowie der ESPR vorzubereiten: https://www.spherity.com/de/digital-product-passport
Kontaktieren Sie unsere DPP-Experten, um zu erfahren, wie Sie Ihre Produktdaten effizient strukturieren und Ihre Compliance-Anforderungen zuverlässig erfüllen können: https://www.spherity.com/de/contact


